Zentralregierung und Region treffen Vereinbarungen zur Entwicklung des Rotterdamer Hafens und der Region
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Am 3. April 2025 präsentieren die im Rotterdamer Hafen engagierten Parteien ihre gemeinsam getroffenen Vereinbarungen zu wichtigen Entwicklungen im Rahmen der Rohstoff- und Energiewende, des Wohnungsbaus und der Erreichbarkeit bis hin zur ausgewogenen Gestaltung des Lebensumfelds – etwa durch Landschaftsentwicklung und Maßnahmen zur Lärmminderung. Damit verleihen sie ihrer gemeinsamen Perspektive für die langfristige Entwicklung des Gebiets klare Konturen.

Erstmals arbeitet eine so breit aufgestellte Koalition von Organisationen gemeinsam an strategischen Raumplanungsthemen und der Beschleunigung von Projekten in der Region rund um den Rotterdamer Hafen. Das ist notwendig, weil in der Region zahlreiche raumplanerische und gesellschaftliche Herausforderungen aufeinandertreffen. Kurzfristige Entscheidungen haben somit Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung und umgekehrt. Zentralregierung und Region setzen auf Zusammenarbeit, um einen zukunftsfähigen Hafen in einer wirtschaftlich starken Region zu gestalten – einen Ort, an dem es sich gut leben und arbeiten lässt. Die Zusammenarbeit umfasst jedoch nicht alle Entwicklungen im Gebiet, sodass jede Partei ihre eigenen administrativen Entscheidungsbefugnisse behält.
Vereinbarungen der Umsetzungsagenda
- Im Rotterdamer Hafen herrscht Platzmangel. Die NOVEX-Partner starten daher eine Untersuchung zum Nutzen, zur Notwendigkeit und zu den Auswirkungen verschiedener Lösungsansätze auf die Umgebung – mit dem Ziel, gleichzeitig auch die Lebensqualität im Umfeld zu verbessern. Im Fokus stehen dabei das bestehende Hafengebiet, die umliegenden Gewerbeareale sowie eine mögliche Hafenerweiterung. Die ersten Analysen werden noch vor dem Sommer erwartet.
- Engpässe bei der Transformation des Hafens – etwa in den Bereichen Flächenverfügbarkeit, Stickstoffbelastung und Abfallvorschriften – werden gemeinsam angegangen. Auch zur gezielten Förderung der Wasserstoffnutzung im Hafen sollen im kommenden Jahr weitere Vereinbarungen folgen.
- Der angespannte Wohnungsmarkt stellt die Region vor zusätzliche Herausforderungen – vor allem bei der Rekrutierung und Bindung von Fachkräften für die Unternehmen im Hafen. Dabei beeinflussen die Hafenaktivitäten die Möglichkeiten für Wohnbebauung – und umgekehrt. Bis 2025 sollen die Herausforderungen am Wohnungsmarkt klarer erkannt und konkrete Lösungen zur Schaffung des benötigten Wohnraums entwickelt werden.
- Die Parteien setzen derzeit Pläne um, um die Container-, Stückgut-, Kreuzfahrt- und RoRo-Terminals bereits bis 2028 (gesetzliche Frist 2030) mit Landstrom zu versorgen. Die Parteien prüfen derzeit, inwiefern sich die Landstromversorgung auf Terminals für flüssiges Massengut, Tankschiffe und weitere Standorte in städtischer Nähe ausweiten lässt.
- Die Umstellung des Hafens wird derzeit durch Stickstoffvorschriften erschwert. In der Umsetzungsagenda vereinbaren die NOVEX-Partner, im Jahr 2025 einen Aktionsplan zur ökologischen Wiederherstellung der Natura-2000-Gebiete im Umkreis von 25 Kilometern rund um den Hafen sowie zur Reduzierung der Stickstoffbelastung im Hafengebiet zu erarbeiten.
In der Umsetzungsagenda finden Sie alle Ziele, Vereinbarungen und Projekte.
Von der Umsetzungsagenda zur Investitionsagenda
Anfang Dezember 2023 haben die niederländische Regierung, die Provinz Südholland, die Stadt Rotterdam und die Port of Rotterdam Authority eine gemeinsame Entwicklungsperspektive für den Hafen beschlossen. Mit der Veröffentlichung der ‚Umsetzungsagenda 1.0 NOVEX Rotterdamer Hafen 2025–2050‘ wurde ein weiterer Meilenstein erreicht. Als nächstes sollen die finanziellen Ressourcen mit den gemeinsamen Zielen, Vereinbarungen und Projekten in Einklang gebracht werden.
Partner des NOVEX-Programms Rotterdamer Hafen
Das nationale „NOVEX-Programm“ („Nationale Omgevingsvisie Executie“ - Nationale Ausführung der Raumordnung) bildet die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen im Bereich der Raumplanung. In den Niederlanden gibt es 16 NOVEX-Gebiete, für die jeweils eine spezifische Lösung vorgeschlagen wird. Der „NOVEX-Raum Rotterdamer Hafen“ ist eines dieser Schwerpunktgebiete.

An dem NOVEX-Programm für den Rotterdamer Hafen sind als Initiatoren die Provinz Südholland, die Stadt Rotterdam, das Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, das Ministerium für Wohnungsbau und Raumordnung, das Ministerium für Klima und Grünes Wachstum, das Wirtschaftsministerium, das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei, Ernährungssicherheit und Natur sowie die Port of Rotterdam Authority beteiligt. Dabei arbeiten sie mit der Gemeinde Voorne aan Zee, der Gemeinde Nissewaard, der Gemeinde Albrandswaard, der Gemeinde Maassluis, der Gemeinde Vlaardingen, der Gemeinde Schiedam, der Gemeinde Dordrecht, der Wasserbehörde Hollandse Delta, der Sicherheitsregion Rotterdam, der Gesundheitsbehörde Rotterdam-Rijnmond (GGD), Deltalinqs, der Natur- und Umweltföderation Südholland, der Metropolregion Rotterdam Den Haag sowie dem Umweltdienst DCMR Rijnmond zusammen.